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Infotext CD "On the Bridge" zurück
Tico-Tico, das
weltbekannte Bravourstück des brasilianischen Komponisten Zequinha Abreu –
hier in einer Version für Solotrompete und Blechbläserensemble – liegt uns
wegen unseres langjährigen Engagements in Mittelamerika natürlich besonders am
Herzen. Vom Arrangeur John Iveson stammt der Bigband-Sound und der raffinierte
Mandolineneffekt (viel Erfolg beim Lösen dieses kleinen instrumentalkundlichen
Rätsels!). Als Gruß an unsere Freunde in der Casa de los Tres Mundos in
Granada/Nicaragua soll diese Samba deshalb zu Beginn stehen. Gleich danach folgt mit einer
ganz anderen Form von Tanzmusik Michael Praetorius’ Satzfolge aus der Sammlung
Terpsichore, eine dezent vom Schlagzeug begleitete Renaissancesuite,
deren „freudiger Reigen“ (dafür war ja die antike Muse Terpsichore zuständig)
von David Purser arrangiert wurde. Von einer neuen und einer alten
Festmusik werden in der Mitte unserer CD drei Choralbearbeitungen von Johann
Sebastian Bach eingerahmt. Die beiden überaus populären Werke „Jesus
bleibet meine Freude“ und „Wachet auf, ruft uns die Stimme“
stehen neben dem eher unbekannten „Ich ruf zu dir, Herr Jesus Christ“,
dessen erhabene und meditative Klangsinnlichkeit uns gerade dann von besonderer
Spiritualität erscheint, wenn es mit extrem ruhigem Atem von
Blechblasinstrumenten interpretiert wird. 1999 haben wir den
kalifornischen Komponisten Thurman Douglass gebeten, ein Werk für uns zu
schreiben. Die Toccata for EMBRASSY, ein modernes „Spielstück“ von
barocker Klangpracht, ist inzwischen zu einer Art musikalischer Visitenkarte
unseres Ensembles geworden. Eine Brücke zur
englisch-barocken Musik des 17. Jahrhunderts bildet das Trumpet Tune von
John Stanley, das aber original ebenso für Orgel geschrieben wurde wie etwa die
bekannten „Trumpet Tunes“ und „Trumpet Voluntaries“ von Henry Purcell. Eine weitere Verbindung von
Amerika, dem Exil Kurt Weills, nach Europa – diesmal zum Berlin der zwanziger
Jahre – bildet die Kleine
Dreigroschenmusik. Der Komponist bearbeitete
Teile aus seiner Dreigroschenoper von 1928 für ein Instrumentalensemble, die
kurze Zeit später in Berlin uraufgeführt wurden und seitdem zum
Standardrepertoire der Musik des Zwanzigsten Jahrhunderts in der Alten und in
der Neuen Welt gehörten. David Purser hat eine besonders interessante Fassung
dieser Suite vorgelegt, die wir hier zusätzlich mit den originalen
Schlagzeugstimmen von Kurt Weill eingespielt haben. Die ganz eigene musikalische
Sprache – das Grotesk-Unterhaltende ebenso wie das Proletarisch-Melancholische
und Parodiert-Militaristische – eben das ganz Unverwechselbare dieser Musik
mit Blechblasinstrumenten und Schlagzeug zu interpretieren, könnte diesem Werk
sogar in besonderer Weise gerecht werden.
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